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Die St. Prokop Basilika erzählt von der Schönheit der mittelalterlichen Architektur, von der Größe der Idee und den Fähigkeiten der Erbauer, von der Frömmigkeit der Mönche und der Großzügigkeit ihrer Mäzene. Dank des Klosters, dem zweitältesten Sitz der Benediktiner in Mähren, entstand auch die Stadt Třebíč.

Die Entscheidung, eine Kirche aus Stein an die Stelle der ursprünglichen Holzkirche zu bauen, stammt aus den Anfangen des 13. Jahrhunderts. Von dem Reichtum des hiesigen Konvents zeugt die imposante Basilika, die der Aufnahme der Jungfrau Maria in den Himmel geweiht wurde.

In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde das Kloster wegen seines Reichtums zuerst von den Hussiten angegriffen, einige Jahrzehnte später fand dann Viktorin, der Sohn des böhmischen Königs Georg von Podiebrad, Asyl bei dem hiesigen Abt, als er vom ungarischen König Matthias Corvinus angegriffen wurde. Im Gegensatz zu der Stadt konnten die Klostermauern dem ungarischen Toben zwar widerstehen, aber die Zeiten des Konvents neigten sich trotzdem dem Ende zu. Die Besitztümer wurden gepfändet und am Anfang des 16. Jahrhunderts, unter der neuen Obrigkeit, verließen die Mönche diesen Ort. Mit dem Niedergang des Klosters verstummten allmählich auch die Gebete in der Kirche. Die Reformation der Konfessionen war für das Klosterleben keine gute Epoche. Die neuen Schlossherren, das Geschlecht Osovský von Doubravice, kümmerten sich mehr um den wirtschaftlichen Aufstieg des Herrschaftsgutes, die Klosterruinen wurden zu einem bequemen Renaissance-Sitz umgebaut und die Klosterkirche wurde als Lager des Wirtschaftshofes genutzt. Die Basilika wurde als Pferdestall genutzt, die Krypta, früher die letzte Ruhestätte der Mönche, wurde entweiht und wegen ihrer konstanten Temperatur von der herrschaftlichen Bierbrauerei als Bierlager genutzt.

Die besseren Zeiten der Basilika kamen erst während der barocken Rekatholisierung, die in der nationalen Geschichte oft irrtümlich mit der geistigen Unterdrückung und Germanisierung des slawischen Geistes verbunden wird. Am Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Basilika auf Veranlassung des Grafen Jan Josef von Waldstein wieder den ursprünglichen gottesdienstlichen Zwecken zurückgegeben und nach einer großzügigen Rekonstruktion wurde sie dem Sankt Prokop erneut geweiht. Die ursprüngliche Bauart mit romanischen und gotischen Elementen wurde im Stil der Barockgotik umgebaut und vom renommierten böhmischen Architekten František Maxmilián Kaňka entworfen. Die letzte Etappe der baulichen Entwicklung wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts durch den bedeutendsten Vertreter der modernen Restaurierung und Denkmalpflege, den Architekten Kamil Hilbert, vollendet.

Wegen ihrer architektonischen Einzigartigkeit wurde die St. Prokop Basilika im Jahr 2003 in das Verzeichnis der geschützten Denkmäler bei der UNESCO eingetragen.